Verschenke Umarmungen an Freunde, Bekannte und Fremde.
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Freitag, 15. August 2014

Leipzig: Einmal hoch hinaus, bitte! :-)


City-Hochhaus Leipzig
Heute war ich in Leipzig unterwegs und dieses Mal gab es wieder eine Neuerung. Zum ersten Mal hatte ich meine Tochter Vanessa dabei, die schon ganz aufgeregt war, weil sie den Hugs Bunny endlich live und in Aktion erleben wollte. Also sind wir mit dem Auto in die Stadt gefahren, wo ich mir auf offener Straße mein Hasenkostüm übergestreift habe. Unser Plan war zunächst einmal gemeinsam die Innenstadt zu erkunden und anschließend das sogenannte City-Hochhaus Leipzig hinauf zu kraxeln. Den Leipzigern ist das City-Hochhaus auch bekannt als Uni-Riese, MDR-Riese, Weisheitszahn oder ähnliches. Ich bezeichne es meist als Uni-Riese, weil ich es als Kind unter diesem Namen kennengelernt habe. Ja genau. Die Geburts- und Heimatstadt des Menschen hinter dem Hugs Bunny ist Leipzig. :-)

So zogen wir also los und die Idee war, dass ich Menschen umarme, und zwar so viele wie möchten, während Vanessa Fotos macht, und zwar so viele wie sie möchte. Was die Fotografie angeht, da ist meine Tochter fast schon ein kleiner Profi, aber falls die Bilder dennoch hier und da ein wenig unscharf sein sollten, dann bitte ich dies zu entschuldigen, denn Vanessa ist gerade einmal 5 Jahre jung und für ihr Alter macht sie großartige Fotos.

Auf dem historischen Marktplatz Leipzigs begegneten wir zwei Straßenkünstlern, die wundervolle Seifenblasen zauberten. Kinder sprangen wie wild um die beiden herum und versuchten die Seifenblasen mit ihren Händen zu erhaschen. Es war ein buntes und fröhliches Durcheinander. Die Idee der beiden war so einfach wie genial, schenkte sie doch allen Passanten, wie umstehenden Schaulustigen und vor allem den umher tollenden Kindern einen kleinen Moment voller Freude und Glück.


Als die Künstler eine Pause einlegten gingen wir weiter, natürlich nicht ohne ein paar Euro in ihrem Klingelbeutel zu hinterlassen. Unser Weg führte uns durch die weltweit bekannte Mädlerpassage mit dem Auerbachs-Keller, aus dem der Legende nach ein gewisser Herr Doktor Faustus, den meisten wohl bekannt aus Goethes Faust, angeblich auf einem Weinfass hinaus geritten sein soll.

Man spaziert natürlich nicht durch eine der berühmtesten Leipziger Einkaufspassagen, ohne einen der zahlreichen Läden zu besuchen, die sich darin finden lassen. Also taten wir auch dies, wie in folgendem Bild zu erkennen ist. Wir haben das Geschäft auch nicht ausgeraubt, wie meine Mutter anschließend scherzhaft vermutete. Wir haben uns benommen wie ganz normale Menschen, die ganz normal einkaufen gehen, ganz normal als Hase und Kind eben. Die meisten Menschen haben uns freundlicherweise ignoriert, aber einige von ihnen haben auch etwas seltsam drein geschaut. Das ist aber nicht schlimm, denn mittlerweile habe ich mich an Blicke wie diese gewöhnt. :-)


Nun wollten wir aber endlich unser eigentliches Ziel in Angriff nehmen, nämlich die Hasenerstbesteigung des Uni-Riesen. Auf dem Weg zum Hochhaus rief plötzlich eine Stimme lauthals von rechts: "Umarme mich!" Ich schaute mich um und erkannte eine Gruppe junger Frauen, die wie sich herausstellte im Auftrag der Malteser unterwegs waren. Wir umarmten uns und unterhielten uns sehr angeregt fast eine Stunde lang über Gott und die Welt.


Nachdem wir uns von den jungen Damen verabschiedet hatten, ging es weiter und nach wenigen Minuten hatten wir unser finales Ziel vor Augen: Die Spitze des Uni-Riesen.




Bevor wir nach oben fuhren, machte ich noch schnell das obligatorische Hasenhochhausspiegelscheibenselfie und ein weiteres im Aufzug mit meiner Vanessa.


Oben angekommen genossen wir bei klarem Himmel und Sonnenschein den wunderbaren Ausblick über Leipzig, sowie weitere sehr nette Gespräche und Umarmungen.


Nach ungefähr einer Stunde hatten wir genug gesehen, geredet und Menschen umarmt und wollten so langsam nach Hause gehen. Unten auf dem Platz vor dem Hochhaus spielten Vanessa und ich noch ein wenig Fangen, während sie es eigentlich die ganze Zeit nur auf meinen Hasenbüschel am Hintern abgesehen hatte. Der Hugs Bunny findet sowas aber ganz und gar nicht komisch. :-) Wie wir da also herum turnten, kam plötzlich ein guter Freund aus alten Studientagen vorbei geradelt. Es war der Steffen, der an der Uni arbeitet. Leider hatte ich dieses Mal nicht die Zeit gefunden, ihn und seine Familie so wie sonst üblich zu Hause zu besuchen und prompt trifft man sich anderswo. Welch ein Zufall!


Nun wollten Vanessa und ich aber so wirklich langsam nach Hause. Auf dem Weg zurück zum Auto begegneten wir auf dem Augustusplatz noch diesem jungen Mann unten im Bild, dessen Namen ich mir leider nicht gemerkt habe. Er stand vor einem großen Truck, mit dem anscheinend Werbung für Persil gemacht wurde. Zum Glück hat er nicht versucht, mir Waschmittel zu verkaufen, und das obwohl mein Kostüm nach dem extrem verschwitzten Wochenende in Düsseldorf nun doch an einigen Stellen ein wenig seltsam zu schnuppern begann. Ich glaube, dass dies ein Wink des Schicksals war. Ich gelobe deshalb hoch und heilig das Kostüm vor dem nächsten Ausflug mit meinen eigenen Pfötchen zu waschen. Ich bin jetzt schon gespannt, ob es diese Prozedur überlebt.


Der Mann von Persil war sehr nett, aber seinen Namen habe ich mir wie gesagt nicht gemerkt. Vielleicht wäre dies ja eine gute Idee für die kommenden Ausflüge, dass ich mir die Namen der Menschen notiere, die auf meinen Bildern zu sehen sind, damit sie nicht mehr ganz so anonym bleiben. Mit diesem Bild hier fange ich an:

Pauline

Alles Liebe
Euer Hugs Bunny

Samstag, 19. Juli 2014

Düsseldorf: Die Antwort ist... "Ja!"

An diesem Wochenende war ich bei meiner Freundin Miriam in Düsseldorf zu Gast. Sie ist vor wenigen Monaten nach ihrem Referendariat in die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt gezogen, um dort eine Stelle als Grundschullehrerin anzunehmen. Es war schon eine ganze Weile her, dass wir uns das letzte Mal gesehen haben und deshalb freute ich mich schon sehr auf dieses Wochenende mir ihr.

Noch weitaus länger aber war es her, dass ich das letzte Mal als Hugs Bunny durch die Straßen einer Stadt gestreift bin. Ich hoffte, dass ich an diesem Wochenende endlich wieder einmal ein paar Stunden Zeit finden würde, um als Hase losziehen, die Stadt erkunden und auf meinem Weg so viele Menschen wie möglich umarmen zu können. Also kam es, dass ich am Samstag Mittag in Miris Wohnung in mein Hasenkostüm schlüpfte. Ein, zwei Erinnerungsfotos später verabschiedete sie mich in ihrer motivierenden Art mit den Worten: "Du bist der Held des Tages!" Nun gut, wie ein Held fühle ich mich nicht wirklich, aber es bereitet mir großen Spaß, als Hase verkleidet den Menschen nicht nur ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, sondern sie vielleicht auch noch zum Nachdenken anzuregen.

Auf meinem Weg vom Düsseldorfer Stadtteil Bilk in Richtung Medienhafen begegnete ich bereits den ersten beiden, sehr fröhlich gestimmten Herren, die mich umarmen wollten. Diese beiden redeten fast ohne Unterbrechung und ließen mich ob ihrer ausgelassenen Stimmung kaum zu Wort kommen. Ein Grund für ihre gute Laune war sicherlich auch der pralle Sonnenschein, der mich, ein wenig zu meinem Leidwesen, den ganzen Tag begleiten sollte. Aber dazu später mehr.

Meine Begegnung mit diesen beiden war auf jeden Fall sehr erheiternd und einer von vielen Gründen, aus denen ich unterwegs bin. Apropos Gründe: Immer wieder werde ich auf meinen Streifzügen gefragt, warum ich denn ein Hasenkostüm trage und was ich wohl damit bezwecken würde. Ehrlich gesagt kenne ich die Antwort darauf selbst nicht immer so genau bzw. kenne ich sie zwar schon, aber dennoch gelingt es mir nicht jedes Mal auf's Neue, sie treffend in Worte zu verpacken. Und wenn ich dann die Antwort wieder einmal nicht kenne bzw. zu gemütlich bin, sie bis ins Detail auszuformulieren, dann sage ich einfach nur: "Ja!"

Oder anders formuliert: "Warum sollte ich nicht?" Warum sollte ich nicht in einem Hasenkostüm herumlaufen? Was gäbe es denn für Gründe, die gegen einen Hasen sprechen, der Menschen umarmt, egal ob Mann oder Frau, ob arm oder reich, ob weiß oder schwarz oder gelb oder blau? Was spräche gegen einen solchen Hasen? Vielleicht unsere Vernunft? Wollen wir Menschen denn wirklich immer und überall vernünftig sein und nur die Dinge tun, die man von uns erwartet? Oder besser noch: Die Dinge, die wir annehmen, dass man sie von uns erwartet? Wohl eher nicht. Wer möchte denn ein solches Leben führen? Ich wage zu behaupten: Kaum einer bis niemand.

Was also gäbe es da noch für Grunde, die gegen einen Umarmungshasen sprechen? Vielleicht, dass ich mich in diesem Kostüm total lächerlich machen könnte? Hmm. Gibt es Menschen, die sich über mich lustig machen? Sehr gut möglich, dass es sie gibt, aber auch das zählt für mich nicht wirklich als ein Argument, denn für mich ist es ok, wenn andere Menschen sich über mich amüsieren. Und es ist nicht nur ok. "Ja!" Ich möchte es sogar. Ich wünsche mir, dass die Menschen in meiner Gegenwart einen Grund zum Lachen oder wenigstens zum Lächeln haben. Ob sie mich dabei als einen "Verrückten" abstempeln und mich mitleidig belächeln oder ob sie einfach nur so vor sich hin lächeln, weil da ein flauschiger Hase in der Gegend herumläuft, das macht für mich keinen großen Unterschied. Die Hauptsache ist doch, dass sie nach der Begegnung mit mir irgendwie fröhlicher drauf sind als sie es vorher waren. Und meine Erfahrung sagt mir, dass mir das immer wieder gelingt... irgendwie... und sei es nur für den einen Moment.

So auch bei William aus Holland, der auf mich zukam, als ich gerade am Rand des Hafenbeckens stand und die Schiffe beobachtete. Er sprach mich an und wollte gern ein Foto mit mir. Auf diesem Bild sieht man auch sehr schön die kleine Handtasche, für die ich mich hiermit noch einmal bei Miriam bedanken möchte. An meinem Kostüm ist nämlich keine einzige Tasche, Lasche oder Ritze vorhanden und bei der Hitze war es schon sehr ratsam, eine kleine Flasche mit Wasser dabei zu haben.

Die Sonne war wirklich unerbittlich mit mir. Folgerichtig war die meist gestellte Frage dieses Tages dann auch: "Ist das nicht ein bisschen warm unter deinem Kostüm?" Alternativ fragten die Leute aber auch: "Ist das nicht ein bisschen heiß unter deinem Kostüm?" Meine Antwort war auch hier oft nur ein "Ja!" Manchmal variierte ich meine Antwort äußerst eloquent in: "Ein bisschen.", oder auch leicht scherzhaft in: "Für die Liebe muss man eben bereit sein zu leiden." :-)

Ja, es war ziemlich heiß unter meinem Kostüm. Gefühlte 50°. Mindestens. Also auf jeden Fall oben herum, dort wo das T-Shirt mit dem großen roten Herzen sitzt. Der obere Teil des Kostüms war weit weniger luftdurchlässig als der untere Teil, bei dem ich zum Glück die weise Entscheidung getroffen hatte, die Jeanshose, die ich bei den vorherigen Streifzügen drunter getragen hatte, dieses Mal wegzulassen. Aber keine Angst, meine Unterhose habe ich natürlich anbehalten. Am Ende des Tages war es so, dass das weiße T-Shirt, das ich glücklicherweise zusätzlich unter dem Kostüm trug, dermaßen durchnässt war, dass ich locker als einer der Teilnehmer des IRONMAN auf Hawaii hätte durchgehen können. Dieses Shirt wog am Ende meines Ausflugs sicherlich das Doppelte bis Dreifache seines üblichen Gewichts.

Aber weg von den unangenehmen und wieder hin zu den angenehmen Themen dieses Tages. Wie ich dann also in der Gluthitze des Samstags die Rheinpromenade entlang schlenderte, begegnete ich unzähligen Menschen, die mich mal mit und mal ohne Foto gerne umarmen wollten.  So mancher Jungeselle feierte an diesem Tag seinen Abschied auf der nahen Partymeile - den sogenannten Kasematten. So auch dieser junge Mann unter dem Strohhut sowie sein Freund oben links auf dem Bild. Andere Menschen waren nicht ganz so offensiv unterwegs wie diese beiden Junggesellen. Sie schielten oft nur schräg zu mir herüber und wunderten sich im Stillen über den merkwürdigen Hasen, was für mich in Ordnung ist. Ich möchte nur die Menschen umarmen, die auch umarmt werden wollen.

Bei den Getränkeständen angelangt stieß ich auf eine bunt gemischte und recht lautstark feiernde Truppe von Jungs und Mädels aus dem bayrischen Raum, genauer gesagt aus München-Unterhaching und vom Starnberger See. Einige von ihnen, und da vor allem die Männer, waren in ihren traditionell bayrischen Trachten unterwegs und betranken sich ebenso traditionell bayrisch mit Weizen, Pils und allem was sie sonst noch so an alkoholhaltigen Getränken in ihre Finger bekamen. So wurde ich denn herzlich willkommen geheißen, mitzutrinken und mitzufeiern. Ich ließ mich in der fröhlichen Runde am Tisch nieder und nahm zum ersten Mal seit dem Verlassen der Wohnung meine rosafarbene Maske ab. Ich bemerkte erst jetzt, wie nass meine Haare waren. Es fühlte sich gut an, bei der Hitze mal wieder ein wenig Luft an mein Gesicht und meinen Kopf zu lassen.

Ich ließ mich überreden, mit einem kleinen Schnaps auf das Wohl aller anzustoßen und durfte auf's Neue meine Geschichte erzählen und warum ich denn als Hase verkleidet die Rheinpromenade entlang spaziere. Ich gab vor der ganzen Truppe wirklich mein Bestes, aber ich glaube bei diesem um die frühe Nachmittagszeit bereits vorherrschenden Alkoholpegel und bei der prallen Sonne, die sicherlich ihr Übriges zur Ausgelassenheit der Runde am Tisch beitrug, hätte es wahrscheinlich auch vollkommen genügt, hätte ich einfach nur gesagt: "Ja!"

Während ich da so saß und mir lauthals mitgeteilt wurde, dass dieser Tisch ein "Antialkoholiker-Tisch" sei (ein Scherz, den ich bis heute nicht verstanden habe), ließ ich mich dann doch noch breitschlagen, ein weiteres alkoholisches Getränk auf's Haus zu bestellen. Da ich aber den Düsseldorfern nicht als angetrunkener Hase mit Alkoholfahne in Erinnerung bleiben wollte, bestellte ich zur besonderen Zufriedenheit aller am Tisch eine große Whiskey-Cola... ohne Whiskey. Während ich diese trank, unterhielt ich mich sehr angenehm mit einer jungen Frau, die mir nach einer kurzen Aufwärmphase quasi ihre kompletten Zukunftspläne der nächsten 5-10 Jahre verriet. Ich habe deinen Namen leider vergessen, schöne Frau, aber ich wünsche dir von Herzen, dass deine Träume und Pläne in Erfüllung gehen mögen. Zu richtigen Fotos bin ich an diesem Tisch leider nicht gekommen, zu groß war das drunter und drüber, aber es war eine Riesen-Gaudi, wie man in Bayern so schön sagt, die mir - auch dank dieser Zeilen hier - sicher noch lange im Gedächtnis erhalten bleiben wird.

Seit meinem Aufbruch aus Miris Wohnung waren nun gerade einmal drei Stunden vergangen, und doch war der Weg durch die Wärme bis hierhin ziemlich anstrengend gewesen. Auch wusste ich, dass Miri zuhause auf mich wartete, weil wir den Abend noch gemeinsam verbringen wollten. Also machte ich mich auf den Weg zurück, wo ich dieser netten jungen Dame begegnete. Wir unterhielten uns kurz und dann schenkte sie mir eine winzig kleine Tube Hautcreme. Ich fragte sie nicht nach dem Warum oder Wofür, obwohl ich doch ganz augenscheinlich über meiner Haut ein ziemlich dickes Fell trage. Manche Dinge wollte ich bei dieser Hitze offensichtlich einfach nicht mehr hinterfragen.

Kurz vor dem Medienhafen traf ich schlussendlich auf diese Gruppe rund um einen Gast aus Down-Under. Das waren dann auch die letzten Menschen, die ich an diesem Tag als Hugs Bunny in Düsseldorf umarmen durfte, bevor ich schnurstracks auf geradem Wege Richtung Heimat hoppelte. Meine Beine waren schon ziemlich müde und ich wollte ehrlich gesagt auch einfach nur noch nach Hause, unter die Dusche und ein wenig ausruhen, bevor es mit dem Abend fröhlich weitergehen sollte. Dieser Tag war jedenfalls wieder einmal zu einem wunderbaren Ereignis geworden und ich habe mir vorgenommen, zukünftig noch ein wenig öfter als Hugs Bunny in Erscheinung zu treten; je nachdem wie meine Zeit es mir erlaubt.

Und wenn man mich dann auf meiner Tour durch die Stadt wieder fragen sollte, wie ich dazu komme oder warum ich das tue oder ob das nicht ein bisschen warm ist unter meinem Hasenkostüm, dann werde ich eine präzise und vollständige Antwort vielleicht nicht immer geben können. Vielleicht werde ich dann manchmal wieder nur mit einem "Ja!" antworten. Aber wenn man mich einmal fragen würde, ob ich denn glücklich bin mit dem was ich da tue, wenn man mich fragen würde, ob ich trotz all der Wärme unter meinem dicken Fell ein glücklicher Hase bin, dann werde ich mit Sicherheit genau dasselbe antworten...

Ja, ich bin ein glücklicher Hase. Die Antwort ist... "Ja!"

Alles Liebe!
Euer Hugs Bunny


Sonntag, 15. Dezember 2013

Bielefeld: Es fängt an Spaß zu machen


Wie der Titel schon sagt, war ich diesmal in Bielefeld unterwegs. Und wie der Titel weiter sagt, hatte ich diesmal kaum noch Angst, sondern fast durchweg meinen Spaß.

Als erstes begegnete ich einem sehr freundlichen Weihnachtsmann, dem das Ordnungsamt witzigerweise verordnet hatte, sich nicht weiter als einen Meter vom Eingang seines kleinen Lädchens zu entfernen. So blieb ihm also nichts anderes übrig, als seine Glocke zu läuten und die zu Beschenkenden lautstark herbei zu rufen:

Ho Ho Ho!


Dann begegnete ich diesem jungen Mann auf Stelzen, der Werbung für das GOP. Varieté Theater machte. Apropos Werbung: An einem Pizzastand wurde ich gefragt, wofür ich denn Werbung machen würde. Tja, wofür eigentlich mache ich Werbung? Und vor allem, warum denken die Menschen, wenn sie einen verrückten Typen in einem verrückten Kostüm herumlaufen sehen, er hätte was zu verkaufen? Dabei habe ich doch gar nichts zu verkaufen, sondern etwas zu verschenken, nämlich viele Umarmungen und viel Liebe.


Tja und dann begegnete ich noch diesen beiden jungen Damen. Die linke Dame war zunächst sehr mutig, wollte unbedingt ein Foto mit mir haben, aber als ihre beiden Freundinnen sich ängstlich zeigten, da geriet auch sie ins Wanken. Mit etwas gutem Zureden meinerseits zeigte sie sich dann aber doch wieder mutig und wir machten das gemeinsame Foto, das ihr links sehen könnt. Sehr mutig von dir! Starke Frauen braucht das Land.


Die Frau auf dem rechten Bild schien von Natur aus auch sehr mutig zu sein. Sie wich jedenfalls keinen Zentimeter zurück, als ich mich ihr näherte. Aber nicht nur das, sie wirkte insgesamt irgendwie ziemlich steif, ja geradezu unnahbar. Und sie hatte die ganze Zeit über keine Lust, auch nur ein einziges Wort mit mir zu wechseln. Also blieb mir nichts anderes übrig, als sie zu umarmen... einfach so... ohne Worte.

Alles Liebe
Euer Hugs Bunny

Samstag, 30. November 2013

Dortmund: Aller Anfang ist schwer


Nachdem ich zunächst im Dortmunder Verkehrschaos hängen blieb, schaffte ich es am späten Nachmittag dann doch irgendwann bis in die Innenstadt hinein. Und auch die anschließende Suche nach einem geeigneten Parkplatz gestaltete sich nicht gerade einfach. Zum Glück fand ich dann doch noch einen Platz in der Tiefgarage am Hauptbahnhof, wo ich mich ganz in Ruhe auf meinen bevorstehenden Einsatz als Hugs Bunny vorbereiten konnte. Als ich die Tiefgarage über die Treppenstufen eines kleinen Seiteneingangs verließ, da fühlte ich mich wie ein ängstliches Häschen, das ganz vorsichtig aus seinem Bau hervorlugte. Ja, ich hatte Angst und war ziemlich aufgeregt, aber gleichzeitig verspürte ich ein Gefühl von Freiheit. Es war die Freiheit, etwas zu tun, das gleichermaßen verrückt wie positiv ist. 

Vom Hauptbahnhof hoppelte ich geradewegs in die Dortmunder Innenstadt, wo mir unterwegs bereits etliche Menschen begegneten, die wissen wollten, was ich hier tue und warum ich in diesem sonderbaren Aufzug herumlaufe. Ich erklärte Ihnen, dass es meiner Ansicht nach zu wenig Liebe auf dieser Welt gibt und dass ich meinen kleinen bescheidenen Teil dazu beitragen möchte, etwas an dieser Situation zu ändern. Erst recht zur Weihnachtszeit.

Kaum hatte ich das obige Foto geschossen, sprachen mich auch schon diese beiden jungen Herren an und wollten ein Bild zusammen mit mir. Und natürlich wollten auch sie gerne wissen, warum ich ausgerechnet zur Weihnachtszeit als Hase verkleidet herumlaufe. Überhaupt war dies eine der am häufigsten gestellten Fragen:



"Was bitte hat denn der Osterhase auf dem Weihnachtsmarkt verloren?"

Ich erklärte den Menschen wieder und wieder, dass ich nicht der Osterhase, sondern der Hugs Bunny und im Gegensatz zum Osterhasen das ganze Jahr über unterwegs bin. Menschen benötigen nämlich das ganze Jahr über Umarmungen und Liebe, nicht nur um das Weihnachts- und das Osterfest herum. Natürlich nur, sofern sie diese Liebe auch annehmen möchten.

Diese drei netten Menschen auf dem rechten Bild zum Beispiel reagierten doch recht reserviert auf mein Angebot einer kostenlosen Umarmung. Sie wollten einfach nur ein Foto von sich selbst, aber keine Umarmung haben. Für mich ist das völlig ok, denn die Liebe lässt sich bekanntlich niemandem aufzwingen.
Dagegen wirkten diesen beiden Herren, Shehab und Hamdan aus Jordanien, schon deutlich aufgeschlossener. Sie wollten mich sehr gerne umarmen. Viel Glück und Erfolg bei deiner Facharztweiterbildung, Shehab!


Auf meinem Weg durch die Dortmunder Innenstadt traf ich auf viele nette Menschen, die mich umarmen wollten, so auch diese hier:

Den größten Spaß jedoch hatte ich mit der Truppe im unteren Bild, deren Mitglieder ganz offensichtlich bereits deutlich alkoholisiert waren. Ich dagegen war völlig nüchtern. Trotzdem hab ich aber jeden Unsinn mitgemacht. Merke: Es muss nicht immer Alkohol im Spiel sein, um total verrückte Dinge tun zu können.


Aber ich möchte hier nicht den Moralapostel raushängen lassen, denn das ist nicht meine Welt. Ich möchte weder ein Moralapostel, noch der Osterhase, sondern einfach nur The German Hugs Bunny sein. Auf jeden Fall hatte ich ganz viel Spaß in Dortmund, auch wenn nicht immer alles fröhlich zuging. 

Zwei Ereignisse stimmten mich nämlich äußerst nachdenklich. Das erste war ein Vater, der seinen kleinen Sohn von vielleicht gerade einmal 3 Jahren mit der linken Hand am Hals gegen eine Wand presste und ihn beschimpfte, er solle das lassen. Der Junge war extrem verängstigt, sah auch sonst recht blass aus und hatte dunkle Ringe unter den Augen. Offensichtlich ging es dem Kleinen allgemein nicht sonderlich gut in der Obhut seines Vaters. Alles ging so schnell, ich war völlig überrascht von dieser Situation und dem brutalen Vorgehen des Vaters. Ich wusste nicht so recht wie ich darauf reagieren sollte. Einschreiten? Die Polizei rufen? Das alles hätte wahrscheinlich nicht sehr viel genutzt, aber schlecht fühlte ich mich trotzdem, einfach nichts getan zu haben. Ich nahm mir vor, beim nächsten Mal nicht wie erstarrt zuzuschauen, sondern zumindest heranzutreten und etwas zu sagen, auch auf die Gefahr hin, mich den Aggressionen des Vaters stellen zu müssen. Dieser kurze Moment machte mich im Nachhinein wirklich extrem traurig.

Der andere Moment war auf dem Weg zurück in Richtung meines Autos, als irgendjemand mir von hinten gegen den Oberschenkel schlug. Dieser Schlag tat ziemlich weh. Ich drehte mich um, aber hinter mir war nur ein älteres Pärchen, das nichts mitbekommen hatte. Ich erkannte aber, wie ein junger Mann ca. 3m von mir entfernt, inmitten der sich bewegenden Masse an Menschen auffällig unauffällig und fast schon angestrengt geradeaus schaute. Ich war nicht sicher, ob er es gewesen sein konnte und wollte niemanden zu Unrecht verdächtigen, also ging ich einfach weiter. Dennoch war ich stinkesauer, dass jemand mich so hinterrücks attackiert hatte, wo ich doch Gutes tun möchte. 

Diese Situation erinnerte mich auch gleich an die neueste "Freizeitbeschäftigung" jugendlicher Großstädter, und zwar das sogenannte "Knockout-Game", bei dem vollkommen ahnungslose Passanten aus dem Nichts heraus K.O. geschlagen werden. Wie hinterhältig und feige muss ein Mensch sein, so etwas zu tun? Und wie wenig muss dieser Mensch sich selbst lieben, dass er glaubt mittels solcher Taten seinen "Mitstreitern" den eigenen Wert beweisen zu können?


Alles in allem habe ich dennoch überwiegend positive Erinnerungen an Dortmund. Und ich habe festgestellt, dass auch die rot-weiße Maskerade nicht so ganz zu meinem allgemeinen Outfit passt, denn auch sie wirkt ziemlich furchteinflößend, vor allem auf die Erwachsenen. Daran werde ich mit Sicherheit noch etwas verändern. Seltsamerweise hatten aber all die kleinen Kinder, die ich befragte, überhaupt keine Angst vor mir. Es waren immer Jugendliche oder Erwachsene, die sich bei meinem Anblick erschraken oder fürchteten. Der erschreckendste Kommentar des Tages war dieser hier: "Da will uns einer abstechen!"  

Ich möchte wirklich kein Moralapostel sein, aber dennoch darf einmal darüber nachgedacht werden, warum denn die Erwachsenen sich vor mir fürchten, während kleine Kinder mir vollkommen angstfrei begegnen.

Alles Liebe
Euer Hugs Bunny

Sonntag, 27. Oktober 2013

Detmold: Der Alltag ist grau genug



Hier seht ihr meine ersten zaghaften Schritte zum Aufbruch in eine neue Welt... oder genauer gesagt Detmold.

Wahrlich, der Alltag ist grau genug und deshalb muss manchmal etwas exotisches, um nicht zu sagen ausgeflipptes oder verrücktes her, damit der Tag an Farbe und Leben gewinnt. Et voilà, here I am:

The German Hugs Bunny! :-)

Anfangs noch etwas unsicher und mit einem klopfenden Herzen in meiner Brust, wurde ich von Minute zu Minute mutiger und selbstsicherer. Endgültig vorbei war es mit der Angst, als dieser nette junge Mann neben mir vom Fahrrad stieg und mich ermutigte eine Hasenarmee aufzustellen. Ich danke dir! :-)


Auf meinem Weg in die Stadt stolperte ich über eine ziemlich gut versteckte Kunstgalerie. Ich war neugierig zu erfahren, warum ich denn wohl so vorsichtig vor der Kunst sein solle (und ja ich weiß was Ironie ist ;-) ). Also hoppelte ich schnurstracks in die Galerie, wo ich ein kurzes, aber nettes Gespräch mit ihrem Inhaber führte. Er erklärte mir, dass er keine Umarmung benötige und dass die Lipper sowieso ein ganz eigenes Völkchen seien, das so exotische Dinge wie versteckte Kunstgalerien oder Umarmungen durch einen Fremden generell mit Argwohn betrachtet. Da haben wir's wieder dieses Wort: exotisch.

Der Junge auf diesem Foto war zu diesem Zeitpunkt ebenfalls in der Galerie und er ließ sich im Gegensatz zu dem älteren Herrn sehr gerne von mir umarmen. Er folgte mir auf dem Weg nach draußen in die Fußgängerzone, wo wir uns dann noch kurz unterhielten und eben dieses Foto schossen.


Mein erster Tag als Hugs Bunny war ziemlich aufregend gewesen und tatsächlich fühlte ich mich irgendwie königlich. Ich hatte meine Angst überwunden und es einfach getan. Ich habe ein paar Menschen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert und vielleicht sogar ihren grauen Alltag ein wenig bunter gestaltet.

Auf diese Weise darf es also gerne weitergehen. Ich fühle mich, als könnte ich jede noch so hohe Mauer zum Einsturz bringen... oder wenigstens für eine Weile auf ihr herumturnen.




Fazit des Tages:
  1. Ich hatte zunächst ziemliche Angst, die aber nach einer Stunde fast komplett verflogen war. 
  2. Die meisten Menschen haben mich zuerst einmal verwundert angeschaut, dann aber meist freundlich reagiert und sogar gelächelt. Wenn ich ihnen zugewunken habe, dann wurde fast immer zurückgewunken. Diese positive Reaktion auf mein doch recht außergewöhnliches Outfit hat mich gefreut und spornt mich an, weiter zu machen.
  3. Ich muss mir dringend eine hellere Maske besorgen. Die schwarze passt nicht so gut zum bunten Kostüm und wirkt auch ein wenig furchteinflößend. :-)

In diesem Sinne bis zum nächsten Mal!

Alles Liebe
Euer Hugs Bunny

Give a little love


"It’s in our interest to take care of others. Self-centredness is opposed to basic human nature. In our own interest as human beings we need to pay attention to our inner values. Sometimes people think compassion is only of help to others, while we get no benefit. This is a mistake. When you concern yourself with others, you naturally develop a sense of self-confidence. To help others takes courage and inner strength."
His Holiness The 14th Dalai Lama of Tibet

Es gibt viele Menschen auf dieser Erde, die in diesem Moment aus den verschiedensten Gründen unglücklich sind. Ob glücklich oder unglücklich, ob gut drauf oder schlecht gelaunt - den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, und sei es nur für diesen einen kurzen Moment, das ist es wofür ich hier bin.

Vielleicht darf ich mich erst einmal vorstellen? Ich bin The German Hugs Bunny. Das Wort "Hug" kommt aus dem Englischen und bedeutet Umarmung. Ich verschenke sogenannte "Free Hugs", das sind kostenlose Umarmungen. Ich möchte den Menschen Umarmungen schenken, weil eine Umarmung als Symbol der Liebe und Zuwendung nicht nur dem anderen Menschen, sondern auch mir selbst ein gutes Gefühl gibt. Wir haben hier also wirtschaftlich gesehen eine Win-Win-Situation.

Mein großer Wunsch ist ein liebevollerer Umgang der Menschen miteinander und wenn ich meinen Teil dazu beitragen kann, dass die Welt ein wenig friedvoller wird und die Menschen in ihr ein kleines bisschen glücklicher sind, dann habe ich etwas erreicht.


Alles Liebe
Euer Hugs Bunny